Gitarrenbau Linscheid

Konzertgitarren

Ich habe Konzertgitarren des gleichen Modells sowohl in Ahorn, als auch indischem Palisander gebaut. Es sind leichte Gitarren mit einem zarten, leicht historisierenden Umriss. Mein optisches Ideal ist Schlichtheit, Eigensinn im Detail, Einheit der Formen und des Holzes.

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Klang

Nach einigen Gitarren zeichnet sich trotz Variationen in der Ausführung und Matrialien eine Linie ab. Eine subjektive Klangwahrnehmung in Worte zu fassen muss immer begrenzt bleiben. Deshalb kann ich nur für mich sprechen:

  • Lautstärke und Wärme
  • Trotzdem Klarheit
  • Ausgeglichenheit

Konstruktion

Ich baue Gitarren in spanischer Tradition, mit Klötzchen und spanischer Hals-Korpusverbindung. Die Zargen werden durch paralleljährige Keile gehalten, so dass die Schrumpfrichtung angepasst ist. Ich verwende keine feste Form, sondern verschiebbare Backen, die an die Solera geschraubt werden.

Oberfläche

Alle Gitarren hatten eine Schellack-Politur. Ich halte dies, trotz seiner Empfindlichkeit, für den schönsten und edelsten Lack, der die optischen und klanglichen Qualitäten der Gitarren am besten unterstreicht. Optional biete ich z.B. im Halsbereich eine weniger empfindliche Nitropolitur.

Anschäfter

Ich biete optional einen deutschen Anschäfter, den ich erhaben verschneide und in den Kragen übergehen lasse. ich halte diese aufwändige Verbindung allerdings hauptsächlich für ein optisches Detail, dem ein spanischer Anschäfter an Stabilität durchaus gleichkommt.

FABS

Ich baue die Gitarren standardmäßig mit einem FABS-Steg. FABS steht für Free Adjustable Bridge System. Bei diesem System wird auf eine Nut und eine darin fest sitzende Stegeinlage verzichtet. Statt dessen ruhen die Saiten paarweise auf Knochenreitern, die frei verschiebbar sind. Dadurch ist die Intonation individuell auf unterschiedliche Saitentypen anpassbar. Um ein Verrutschen der Reiter zu verhindern ist die Fläche, auf der sie ruhen, rechtwinklig zur Winkelhalbierenden des Saitenknicks – folglich wird der Druck nach unten, gegen die Fläche ausgeübt. Um einen festen Saitenaustrittspunkt am Knüpfblock zu gewährleisten verwende ich Doppellochstege.

Natürlich müssen dadurch bei jedem Saitenwechsel die Reiter neu platziert werden. Dies ist allerdings einfach und dürfte für einen versierten Spieler kein Problem darstellen. Im Gegenteil, lästige Intonationsschwierigkeiten können selber und schnell behoben werden.

Das ovale Schallloch

Alternativ zum klassischen runden Schalloch biete ich eine ovale Version. Auf den Raumgewinn nach oben reagiere ich auch in der Bebalkung. Die für die Helmholtzresonanz relevante Lochfläche ist allerding gleich groß wie bei der runden Version. Das Griffbrett läuft im Bereich der e und h Saite ins Schalloch hinaus, so dass bis zum 21. Bund gegriffen werden kann.

Kronen

Ich verwende zwei unterschiedliche Kronen für meine Ahorn und Palisandergitarren, die sich aber in Grundzügen ähneln. Die Ahornkrone nimmt im mittleren Schwung die Asymmetrie der Rosette auf, während ich die Palisanderkrone ursprünglich aus der 8eckigen Rosette abgeleitet habe.

Kindergitarren

Zusätzlich zur Fertigung edler Konzertgitarren führe ich für den Geigenbauer Raphael Zrock Reparaturen an Zupf- und Streichinstrumenten aller Art durch und habe mit ihm zusammen ein Projekt zum Bau handgebauter Kindergitarren begonnen.

Einen kleinen Einblick in den Bau einer Gitarre gibt es auf der Werkstattseite...

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