Gitarrenbau Linscheid

Konzertgitarren

Das Wesentliche eines jeden Instrumentes ist sein Klang. Deshalb lade ich Sie herzlich zum Anspielen meiner Konzertgitarren in meine Werkstatt ein, damit Sie sich selber von Spielbarkeit und klanglicher Qualität überzeugen können

Die Konzertgitarre ist ein verhältnismäßig junges Instrument, das sich noch stärker als z.B. die Geige in der Entwicklung befindet. Die kreative Freiheit, die dies bietet und fordert, ist für mich sehr wichtig und eine der großen Freuden meines Berufs.

Trotz Anlehnung an die spanische Gitarrenbautradition, insbesondere bei Konstruktion und Arbeitstechniken möchte ich meinen Instrumenten einen eigenen Charakter geben. Die präzise Arbeit mit ausgesuchtem Hölzern ist für Klang und Optik essentiell.
Ich baue leichte Gitarren in spanischer Bauweise nach traditionellen Methoden. Mein optisches Ideal ist Schlichtheit, Eigensinn im Detail, Einheit der Formen und des Holzes.

Weitere Bilder finden Sie im Galeriebereich...

Das traditionelle Modell

Volle, warme Bässe und ein klarer, singender Diskant – Meine traditionellen Gitarren sind sensible Instrumente mit einem weiten Spektrum an klangfarben und Nuancen.

Der leicht historisierende Umriss erinnert etwas an romantische Gitarren. Dabei sind sie trotzdem tonstark und tragend.

Das Beleistungssystem basiert auf demjenigen Robert Bouchets – ein fünfer Fächer, der den Balken unterm Schalloch tunnelt, mit einer zusätzlichen Querleiste unterm Steg – fällt dabei aber sehr viel zarter aus als beim Vorbild.

Das Lattice Modell

Die Gitarren verbinden die Kraft und Tragfähigkeit einer modernen Latticebeleistung mit Charakter und Modulierbarkeit von traditionellen Gitarren. Kräftige Bässe und ein warmer Diskant.

Zwei Fächer mit unterschiedlicher Leistenanzahl und Winkeln überlagern sich zu einem asymmetrischen Gitter.

Der Umriss ist an den meines traditionellen Modells angelehnt, macht jedoch, passend zum Ton, einen etwas kräftigeren Eindruck.

Meine beiden Modelle sind mit Fichten und Zederndecken erhältlich.

Einseitig erhabenes Griffbrett

Für den Spieler selbst unsichtbar fällt die Decke oberhalb des Schallochs auf der Diskantseite hin ab – und erzeugt so eine Erhöhung des Griffbretts. Dies verbessert spürbar die Ergonomie und Spielbarkeit der hohen Lagen über der Decke.
Um die optische Einheit zu erhalten sind Rand und Späne weitergeführt.

Schellack-Politur

Ich halte diese für die schönste und edelste Oberfläche, die die optischen und klanglichen Qualitäten der Gitarren am besten unterstreicht. Optional biete ich z.B. im Halsbereich eine weniger empfindliche Nitropolitur an.

FABS

Ich baue die Gitarren, falls nicht anders gewünscht, standardmäßig mit einem FABS-Steg. FABS steht für Free Adjustable Bridge Saddle. Bei diesem System wird auf eine Nut und eine darin fest sitzende Stegeinlage verzichtet. Statt dessen ruhen die Saiten paarweise auf Knochenreitern, die frei verschiebbar sind. Dadurch ist die Intonation individuell auf unterschiedliche Saitentypen anpassbar. Um ein Verrutschen der Reiter zu verhindern ist die Fläche, auf der sie ruhen, rechtwinklig zur Winkelhalbierenden des Saitenknicks – folglich wird der Druck nach unten, gegen die Fläche ausgeübt. Um einen festen Saitenaustrittspunkt am Knüpfblock zu gewährleisten verwende ich Doppellochstege.

Natürlich müssen dadurch bei jedem Saitenwechsel die Reiter neu platziert werden. Dies ist allerdings einfach und dürfte für einen versierten Spieler kein Problem darstellen. Im Gegenteil, lästige Intonationsschwierigkeiten können selber und schnell behoben werden.

Kopf

Die Kopfplatten nehmen die Teilung des Bodens durch einen Mittelkeil auf - und sind für gewöhnlich auch aus Bodenabschnitten gefertigt.

Ich verwende drei unterschiedliche Kronen, die aber gemeinsame Züge tragen.

Die Krone der traditionellen Palisandergitarren setzt sich aus einwärts geschwungenen Bögen zusammen - Wahlweise mit einem mittleren V oder O Motiv. Die Ahornkrone nimmt im mittleren Schwung die Asymmetrie der Rosette auf.

Die Krone der Lattice Gitarren basiert im Grunde auf einem schlichten Kreisbogen. Eingebettet in diesen und begrenzt durch die krönende Einlage finden sich Elemente der traditionellen Krone. Ein Verweis auf die durchaus vorhandene Verwandschaft.

Einen kleinen Einblick in den Bau einer Gitarre gibt es auf der Werkstattseite...

Fragen? •